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Personalgewinnung mit Netzwerkarbeit
Version vom 7. September 2015, 09:15 Uhr von Sascha Hertling (Diskussion | Beiträge)

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Der erfolgversprechendste Weg der Mitarbeiterrekrutierung ist der Einbezug persönlicher Kontakte. Überdurchschnittlich stark profitieren davon kleinere Betriebe mit 77 Prozent. (IAB, 2013) Es handelt sich hierbei um einen üblichen Rekrutierungsweg - im Bedarfsfall (re-)aktivieren kleine und mittlere Unternehmen u. a. ihre (Mitarbeiter-)Kontakte. Manchmal sind jedoch ad hoc keine passenden Kandidaten verfügbar.

Mit zielorientierter Netzwerkarbeit können Sie das Potenzial dieses Rekrutierungsweges voll ausschöpfen und kostspieligen Vakanzen vorbeugen. Worum geht es?

Bereits bevor es zu personellen Engpässen kommt, gilt es potenzielle Mitarbeiter/-innen zu identifizieren und diese durch den persönlichen Kontakt so lange zu binden, bis diese eingestellt werden können.

An Stelle einer kurzfristigen, bedarfsgesteuerten Anwerbung tritt eine proaktive, langfristig angelegte Rekrutierungssystematik. Den Anknüpfungspunkt zum Alltagsgeschäft bietet die reguläre Kontaktpflege, bei der auch bewusst auf das Suchen und Binden potenzieller Mitarbeiter abgezielt wird. Die Systematik zielorientierter Netzwerkarbeit umfasst vier grundlegende Schritte. Informieren Sie sich in diesem Artikel über Erfolgsfaktoren und den Umgang mit Risiken.


Schritt 1: Zielgruppen priorisieren

Die Balance zwischen Qualität und Quantität der Kontaktpflege sollte im Blick behalten werden. Dazu lassen sich beispielsweise Jobpositionen unter folgenden Fragestellungen priorisieren:

Mit welchen Konsequenzen ist zu rechnen, wenn Mitarbeiter/-in XY das Unternehmen verlässt? Welche Stellen sind erfahrungsgemäß schwierig zu besetzen? Gibt es perspektivisch neue Positionen, die es zu besetzen gilt?

Ist der Adressatenkreis der Netzwerkaktivitäten bestimmt, lohnt es sich Anforderungsprofile für die entsprechenden Positionen zu erstellen oder zu aktualisieren. Unter http://rkw.link/vielfaltnutzen finden Sie hilfreiche Checklisten und Tipps.


Schritt 2: Bestehende Kontakte zusammenführen

Gemeinsam mit dem Team lassen sich alle potenziellen Kandidaten identifizieren. Die jeweiligen Kontakte lassen sich - wenn nicht schon geschehen - in eine Kontaktdatenbank einpflegen. Oftmals reichen eine Excel-Datenbank oder ein Ordner aus. Neben Kontaktdaten können beispielsweise Ort und Beginn des Kontakts, Kompetenzen, persönliche Eindrücke und Fotos festgehalten werden. Aus datenschutzrechtlichen Gründen empfiehlt es sich, schriftlich das Einverständnis der Kandidaten einzuholen.


Schritt 3: Netzwerk erweitern

Sollte das Netzwerk noch ausbaufähig sein, gibt es verschiedene Kanäle, potenzielle Kandidaten zu finden:

Auf (Fach-)Veranstaltungen, Messen, Tagen der offenen Tür können Sie mit potenziellen Kandidaten ins Gespräch kommen. Ehemalige Bewerber, die auf Platz zwei gelandet sind, können in die Netzwerkpflege aufgenommen werden. Bei Absagen können Sie bereits ein grundsätzliches Interesse an einer Zusammenarbeit signalisieren. Mit ehemaligen Praktikanten und Mitarbeitenden, die einen guten Eindruck hinterlassen haben, können Sie in Kontakt bleiben. Über Mitarbeiterempfehlungen lassen sich potenzielle Kandidaten kennenlernen. Fragen Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen. Im Internet gibt es zahlreiche Möglichkeiten, um als Arbeitgeber auf sich aufmerksam zu machen und potenzielle Mitarbeiter zu gewinnen - sei in Form von Beiträgen in Foren oder in Form einer direkten Ansprache: XING, LinkedIn, facebook, twitter & Co.


Schritt 4: Netzwerk pflegen

Eine erfolgreiche Netzwerkarbeit zeichnet sich durch kontinuierliche Kontaktpflege aus. Im Folgenden finden Sie ein paar Möglichkeiten und Anlässe:

Eigene Website aktuell und spannend halten Grußkarten zu Anlässen wie Weihnachten oder zum Geburtstag Einladungen zu Messen und Fachveranstaltungen Themenbezogene Workshops Give-aways bzw. kleine Geschenke mit Firmenwerbung

Erfolgsfaktoren der Netzwerkarbeit

Wichtig ist es, in qualitativer und quantitativer Hinsicht das richtige Maß zu finden, hinsichtlich folgender Kriterien:

  • Ausgewogenheit - beide Seiten sollten profitieren
  • Datenschutz - rechtlich absichern
  • Fingerspitzengefühl - adressatengerecht kommunizieren
  • Kontinuität - Kontakte regelmäßig pflegen
  • Prozesshaftigkeit - Beziehungen wachsen lassen
  • Zuverlässigkeit - Vertrauen entstehen lassen


Fazit

Die langfristig angelegte aktive Ansprache potenzieller Kandidaten verspricht gute Erfolgsaussichten den Fachkräftebedarf zu sichern und Vakanzen zu vermeiden. Überdies bietet dieser Weg einen längeren Zeitraum für Arbeitgeber und Fachkraft sich kennenzulernen, wodurch die Wahrscheinlichkeit einer passenden und langfristigen Stellenbesetzung steigt.


Autor

Sarah Gerwing

gerwing(at)rkw.de