Wechseln zu: Navigation, Suche
Kinder-Inhouse Betreuung
Version vom 7. September 2015, 10:57 Uhr von Sascha Hertling (Diskussion | Beiträge)

(Unterschied) ← Nächstältere Version | Bestätigte Version (Unterschied) | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Eine Kinder Inhouse-Betreuung hilft dem Unternehmen flexibel und schnell auf familiäre Verpflichtungen der Mitarbeiter zu reagieren. Mit diesem Modell werden Eltern in die Lage versetzt, in Not- und Ausnahmesituationen, ihre Kinder in das Unternehmen mitzubringen. Dem damit verbundenen Risiko des Personalausfalls kann mit der Inhouse-Betreuung aktiv entgegen gewirkt werden. Die betrieblichen Vorteile sind klar sichtbar und der Aufwand für das Unternehmen ist relativ gering.

Inhouse-Betreuung bedeutet, dass Kinder zeitweise mit ihren Eltern im Unternehmen sind. In vielen Firmen geschieht das ohnehin gelegentlich, zum Beispiel in den Schulferien oder wenn die reguläre Betreuung ausfällt. Alleine wenn Sie das erlauben, ist das schon eine sehr hilfreiche Unterstützung für Ihre Beschäftigten.

Bereits mit der offiziellen Ankündigung, dass das Mitbringen von Kindern möglich ist, nehmen Sie den Eltern viel Druck. Sie können diese Betreuungsvariante noch aufwerten indem Sie Spielmaterialien bereitstellen, eine Spielecke oder ein Spielzimmer einrichten, oder bei Bedarf Betreuungspersonen zur Verfügung stellen.

Kommunizieren Sie allen Beschäftigten dass das Mitbringen von Kindern erlaubt ist - so erreichen Sie auch jene Eltern, die sich bisher nicht getraut haben, ihre Kinder mitzubringen. Weisen Sie die Eltern aber darauf hin, dass sie nach wie vor für ihre Kinder verantwortlich sind, und selbst mit Sorge tragen müssen, dass die Kinder niemanden stören.

Auch das Einrichten von so genannten Eltern-Kind Arbeitszimmern ist möglich. Diese Zimmer sind mit allen notwendigen Arbeitsmaterialien ausgestattet (PC, Internetzugang, Telefon, etc.) und verfügen zudem über einen Wickeltisch, Kinderbett, Spielmöglichkeiten, etc. Die Mutter/ der Vater können in diesem Zimmer ihrer Arbeit nachgehen und gleichzeitig das Kind betreuen.

Diese Maßnahme bietet Eltern ein enorme Entlastung, da sie sich sicher sein können, bei Notfällen ihr Kind gut versorgt zu wissen.

So profitieren Unternehmen von Inhouse-Betreuung

  • Weniger Fehlzeiten, auch wenn Eltern ihre Kinder mitbringen werden sie ihre Arbeit schaffen
  • Eltern sind eher zu flexiblem Einsatz und zur Teilnahme an außerplanmäßigen Veranstaltungen bereit
  • Beschäftigte in Elternzeit können Kontakt zum Unternehmen halten, an Veranstaltungen teilnehmen (z. B. Schulung für eine neue Software) oder Vertretungen übernehmen. Nach ihrer Rückkehr sind sie schneller wieder voll einsatzbereit
  • Eltern wagen eher die frühe Rückkehr aus der Elternzeit, wenn nicht jeder Betreuungsengpass Stress oder Fehltage mit sich bringt
  • Imagegewinn und positives Signal gegenüber Kunden - vor allem, wenn auch sie ihre Kinder mitbringen können
  • Pluspunkt bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter, kann bei Bewerbern mit Kindern den Ausschlag dafür geben, dass sie sich für Ihr Unternehmen entscheiden

Mit wenig Aufwand eine effektive Unterstützung

In diesem Kapitel stellen wir Ihnen verschiedene Möglichkeiten vor, die Inhouse-Betreuung auszubauen und zu professionalisieren. Dabei handelt es sich oft um kleine Maßnahmen, die Sie schon mit geringen Kosten und einem Minimum an Aufwand umsetzen können. Bedenken Sie aber: Alleine die Möglichkeit, Kinder mitzubringen, ist für Eltern eine wertvolle Entlastung - auch wenn Sie keine Materialien oder Betreuungsangebote zur Verfügung stellen.

Hier kann Inhouse-Betreuung sinnvoll sein:

  • für einzelne Beschäftigte nach Absprache
  • für alle Beschäftigten pauschal bei Notfällen
  • wenn Beschäftigte in Elternzeit an Veranstaltungen teilnehmen sollen
  • wenn Beschäftigte, die von zu Hause aus arbeiten, gelegentlich in die Firma müssen
  • wenn Beschäftigte in Teilzeit gelegentlich zu anderen Zeiten anwesend sein sollen
  • wenn die reguläre Betreuung ausfällt, zum Beispiel bei Krankheit der Tagesmutter
  • auch regelmäßig für größere Kinder, die nach der Schule kommen
  • über Mittag, wenn die Tagesstätte keine Mittagsbetreuung anbietet

Nutzen und Hürden

Nutzen
  • Löst Betreuungsprobleme, erhöht Bereitschaft zu flexiblem Einsatz
  • Betreuungsengpässe führen nicht zu Fehlzeiten
  • Kann das Betriebsklima bereichern
  • Fördert frühe Rückkehr aus der Elternzeit, schnellere Wiedereinarbeitung
  • Kann für betreuende Mitarbeiterinnen interessante Jobfacette sein
  • Imagegewinn, positives Signal an Kunden und Geschäftspartner
  • Vorteile bei der Personalgewinnung
Hürden
  • Sicherheit muss gewährleistet sein
  • Kinder dürfen andere Beschäftigte nicht stören
  • Aufwand für die Betreuung
  • Kosten des Angebotes
  • Nicht als Dauerlösung geeignet




Nutzen von Inhouse-Betreuung

  • Löst Betreuungsprobleme, erhöht Bereitschaft zu flexiblem Einsatz
Inhouse-Betreuung kann sehr schnell umgesetzt werden. Sie ist eine Reserve, die ermöglicht, dass Ihre Beschäftigten im Bedarfsfall auch außerhalb ihrer regulären Arbeitszeit einsatzbereit sind, bzw. an Veranstaltungen teilnehmen können.
  • Betreuungsengpässe führen nicht zu Fehlzeiten
Wenn die Tagesmutter erkrankt oder der Kindergarten geschlossen ist, bleibt Eltern oft keine andere Möglichkeit, als zu Hause zu bleiben. Inhouse-Betreuung löst dieses Problem. Die Kinder sind gut betreut, die Eltern können ihre Arbeit erledigen.
  • Kann das Betriebsklima bereichern
Wenn die Betreuung gut organisiert ist, kann die Anwesenheit von Kindern das Betriebsklima auflockern. Das wiederum steigert die Motivation der Beschäftigten.
  • Fördert frühe Rückkehr aus Elternzeit, schnellere Wieder-Einarbeitung
Eltern gehen oft lange in Elternzeit, weil sie nicht sicher wissen, dass die Kinderbetreuung immer klappt. Sie haben Angst, zu oft zu fehlen und dadurch Schwierigkeiten mit Vorgesetzten und Untergebenen zu bekommen. Wenn sie ihre Kinder in Notfällen mitbringen können, wagen sie eher die frühe Rückkehr.
Während der Elternzeit ermöglicht Inhouse-Betreuung die Teilnahme an Schulungen oder Veranstaltungen oder die Übernahme von Vertretungen. Beschäftigte in Elternzeit bleiben so in Kontakt mit dem Unternehmen und ihren Kolleginnen und Kollegen, sie sind über die Entwicklungen informiert und nach ihrer Rückkehr schneller wieder voll einsatzbereit.
  • Kann für betreuende Mitarbeiterinnen interessante Jobfacette sein
Wenn andere Beschäftigte gelegentlich mit der Kinderbetreuung beauftragt werden, kann das für diese eine interessante Abwechslung sein. Allerdings sollten Sie nur jene mit der Kinderbetreuung beauftragen, die diese Aufgabe wirklich gerne übernehmen.
  • Imagegewinn, positives Signal an Kunden und Geschäftspartner
Mit Inhouse-Betreuung können Sie auch werben und eventuell neue Kunden gewinnen. Bieten Sie Ihren Kunden oder Geschäftspartnern an, mit ihren Kindern zu kommen und das vorhandene Angebot - sei es ein Spielzimmer oder das Betreuungsangebot - zu nutzen.
  • Vorteile bei der Personalgewinnung
Familienfreundliche Maßnahmen sind ein Pluspunkt, den Ihr Unternehmen gegenüber anderen hat. Erwähnen Sie diese deshalb bei jedem Einstellungsgespräch. Gerade für Bewerber mit Kindern kann dies den Ausschlag dafür geben, dass sie sich für Ihr Unternehmen entscheiden.

Hürden von Inhouse-Betreuung und der richtige Umgang damit

  • Sicherheit muss gewährleistet sein
Inhouse-Betreuung ist nur möglich, wenn die Kinder nicht durch Maschinen, Chemikalien oder Lärm gefährdet werden. In einem produzierenden Betrieb sollten Sie einen ruhigen, sicheren Raum wählen, zum Beispiel einen Konferenzraum. Lassen Sie vor der Betreuung möglicherweise gefährliche Gegenstände entfernen und stellen Sie sicher, dass sich die Kinder niemals unbeaufsichtigt in anderen Räumen aufhalten.
  • Kinder dürfen andere Beschäftigte nicht stören
Kinder sind gelegentlich laut, wenn sie miteinander spielen oder weinen - das sollten Sie einplanen. Sorgen Sie deshalb dafür, dass andere Beschäftigte nicht bei ihrer Arbeit gestört werden. Wählen Sie einen Raum aus, der weit genug von ihren Büros entfernt ist oder geschlossen werden kann oder weisen Sie die Eltern darauf hin, dass sie darauf achten, dass ihre Kinder niemanden stören.
  • Aufwand für die Betreuung
Je nach Ausgestaltung ist mit der Inhouse-Betreuung ein gewisser Aufwand verbunden. Um sicherzugehen, dass der Aufwand im richtigen Verhältnis zur Nutzung steht, sollten Sie den Bedarf abfragen, bevor Sie aufwändige Lösungen wie ein Spielzimmer oder die Bereitstellung externer Betreuerinnen planen.
  • Kosten des Angebotes
Die Kosten von Inhouse-Betreuung sind sehr variabel, sie hängen von der Ausgestaltung der Betreuung ab. Wenn Sie die Kosten gering halten möchten, können Sie die Eltern bitten, Spielmaterial für ihre Kinder mitzubringen und prüfen, ob zum Beispiel Praktikanten oder Auszubildende die Betreuung übernehmen können und möchten.
  • Nicht als Dauerlösung geeignet
Inhouse-Betreuung kann einen Platz in einer Einrichtung nicht ersetzen. Auch wenn sie noch so gut ist, bietet sie nicht die gleiche pädagogische Qualität. Wenn Sie befürchten, dass Eltern zu oft ihre Kinder mitbringen, sollten Sie festlegen, in welchen Fällen das Angebot gilt und wer vorher gefragt werden muss.
Vertrauen Sie aber darauf, dass Eltern selbst wissen, wann es zu viel ist. In bestimmten Fällen kann Inhouse-Betreuung auch regelmäßig genutzt werden, zum Beispiel, wenn ein Schulkind die Zeit zwischen Schulschluss und Arbeitsende der Mutter in der Firma verbringt.

Autor

Die Informationen sind zum Teil dem Internetportal Mittelstand und Familie entnommen: kontakt(at)mittelstand-und-familie.de