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Führung im Zeitalter der Digitalisierung
Version vom 1. Juni 2018, 15:55 Uhr von Sascha Hertling (Diskussion | Beiträge)

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Vieles ändert sich im Zeitalter der Digitalisierung, im Zeitalter 4.0. Auch an Führung? Wie sollte sie sein - die ideale Führungskraft 4.0?

Es gibt eine ganze Reihe an Studien, die darauf Antworten geben (wollen). Demnach sollte die Führungskraft 4.0 beispielsweise proaktiv, entscheidungsstark, authentisch, fachlich versiert, innovativ, IT-kompetent, bescheiden, disruptiv denkend, agil, hochgradig vernetzt und mitarbeiterorientiert sein. Ob solche Merkmalskataloge wirklich helfen, bleibt fraglich, da diese idealisierten Bilder zu den wenigsten Menschen passen.

Die viel wichtigere Frage ist doch: Welche neuen Anforderungen kommen im Zuge der Digitalisierung auf Führungskräfte zu und wie können sie bewältigt werden? Technologien spielen da zweifelsohne eine große Rolle. Aber es gibt noch weitere (und damit verbundene) Trends, die drastische Konsequenzen für Führungskräfte haben. Beispielsweise die steigende Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität. VUCA fasst als (englisches) Akronym diese Trends treffend zusammen und verdeutlicht, welche (neuen) Anforderungen an eine Führungskraft im Zeitalter der Digitalisierung gestellt werden.


Das "Was" an Führung bleibt, das "Wie" ändert sich

Was ändert sich an Führung, wenn die Welt volatiler, unsicherer, komplexer und widersprüchlicher wird? Zunächst erstmal bleiben die Aufgaben und Gestaltungsfelder von Führung die gleichen - denn am Ende geht es darum, dass Mitarbeiter, Teams, Abteilungen und Unternehmen die erforderlichen Ergebnisse erzielen. Auch im Zeitalter der Digitalisierung müssen Führungskräfte auf der einen Seite Erfolg verantworten und daher für Ziele sorgen und Ergebnisse beurteilen. Und sie müssen auf der anderen Seite Erfolg ermöglichen, also Veränderungen gestalten, Strukturen und Prozesse anpassen, Rollen und Verantwortlichkeiten klären, Teams und Mitarbeitende entwickeln und Beziehungen gestalten. Und: sie müssen sich selbst führen (können).

Es ändert sich nicht das "Was" an Führung, aber sehr wohl das "Wie" und mancherorts auch das "Wer". Denn wenn die Welt dynamischer und rasanter wird, muss man schneller reagieren - oder noch besser: schneller agieren - können. In einer unberechenbaren, ungewissen und komplexer werdenden Welt braucht es durchaus noch Planung, Leitplanken und Orientierung. Aber wir werden anders planen und arbeiten müssen. Und wenn sich alles schneller verändert, muss man das Bestehende und Bewährte häufiger hinterfragen, innovativer und experimentierfreudiger werden. Starre Hierarchien, Silodenken und einsame Entscheidungen können gefährlich werden.


Neue Führungs-Wege gehen

Wie kann also Führung anders gehen - auch und gerade im Zeitalter der Digitalisierung? Dazu ließen sich seitenweise Handlungsansätze und praktische Tipps nennen. Stattdessen sollen hier aber einige ausgewählte und kurz dargestellte Beispiele veranschaulichen, welche neuen Wege mit Blick auf die Aufgaben und Gestaltungsfelder von Führung möglich sind:

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Keine Patentrezepte für Führung 4.0

Welche neuen Führungs-Wege in einem Unternehmen eingeschlagen werden sollten, lässt sich nicht pauschal beantworten. Es gibt kein Patentrezept dafür, wie viel Führung 4.0 ein Betrieb braucht und verträgt. Klar ist aber: In vielen Betrieben wird ein Wandel der Führungs- und Unternehmenskultur notwendig sein. Wie schnell und erfolgreich man dabei ist, hängt nicht zuletzt von der einzelnen Führungskraft ab. Sie muss Veränderungen wollen und die Belegschaft davon überzeugen. Sie muss Vorbild sein, also ebenso agiler werden, Vertrauen schenken, Fehler zulassen. Vermutlich muss sie Führungsaufgaben abgeben, ihren Mitarbeitenden mehr Verantwortung übertragen, Selbstorganisation zulassen und befördern. All das benötigt ein hohes Maß an Selbstführung der Führungskraft - aber auch der Mitarbeitenden. Diese dahin zu entwickeln ist wiederum Aufgabe von Führung.


Autor

Dr. Mandy Pastohr

pastohr(at)rkw.de