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Flexibler Beschäftigteneinsatz
Was anderen Branchen noch bevorsteht, ist bei Unternehmen der Gießerei- und Schmiede-Industrie schon jetzt Thema: Die Folgen des demographischen Wandels. So auch bei der Bochumer Verein Verkehrstechnik GmbH. Sie will die künftige Personalsituation nicht dem Zufall überlassen und startete eine Qualifizierungs-Offensive mit Elementen wie Jobrotation und arbeitsplatzübergreifender Ausbildung.
Anlass zu diesem Schritt waren die Ergebnisse einer Bestandsaufnahme: Bis zum Jahr 2012 werden 17 Prozent der Belegschaft in die Rente entlassen und 36 Prozent bereits über 55 Jahre alt sein. Schon heute ist geeignetes Fachpersonal auf dem Arbeitsmarkt weder in ausreichender Zahl noch mit der erforderlichen Qualifikation zu finden. Was also tun?
Entwicklungspartnerschaft GENERA
Das Unternehmen entschied sich als Pilotunternehmen an einer Qualifizierungsoffensive unter dem Dach der Entwicklungspartnerschaft GENERA teilzunehmen. In dieser arbeiten Akteure aus der Gießerei- und Schmiedeindustrie an handlungsorientierten Personalkonzepten. Erklärtes Ziel des Qualifizierungsprogramms: Die flexiblere Einsetzbarkeit der Beschäftigten.
Die Weichen hierzu stellte eine sorgfältige Analyse zum Qualifikationsstand und den Entwicklungsmöglichkeiten jedes einzelnen Mitarbeiters. Bei der Erstellung eines konkreten Qualifizierungsplans halfen ein Fragebogen zur Selbst- und Fremdeinschätzung sowie ein moderiertes Mitarbeitergespräch.
Auch auf die Herausforderung, die Mitarbeiter weiter zu qualifizieren, ohne die Produktion ins Stocken zu bringen und unverhältnismäßig hohe Kosten zu verursachen, fanden die Bochumer Verein Verkehrstechnik GmbH eine Antwort: Während mehrere Mitarbeiter während Ihrer Arbeitszeit per Jobrotation an einem neuen Arbeitsplatz im "Tandem" weitergebildet wurden, füllte die zeitlich befristete Vertretung durch mehrere vormals Erwerbslose die entstandene Lücke.
Als zweites Instrument kam eine arbeitsplatzübergreifende, betriebsinterne Ausbildung zum Tragen. Sie wird von internen Fachkräften außerhalb der regulären Arbeitszeit durchgeführt. Die Vorzüge der rechtzeitigen betriebsinternen Vermittlung von Wissen liegt auf der Hand: Der über die Jahre erworbene Erfahrungsschatz älterer Mitarbeiter wird passgenau an die jüngeren Kollegen weiter gegeben.
Ergebnisse
- Wissen geht nicht verloren
- man kann so flexibel auf zukünftige Herausforderungen reagieren
- Beschäftigungschancen der Mitarbeiter haben sich verbessert
- eine alternsgerechte Personalorganisation entstand
Erfolgsfaktoren
- Ein ausreichend großes Problembewusstsein
- Durchführung einer internen Altersstrukturanalyse
- Definition der erforderlichen Qualifikation bzw. der Defizite
- Beteiligung der betroffenen Mitarbeiter am geplanten Konzept
- Externe fachliche Unterstützung
Hemmende Faktoren
- Keine oder nur geringe berufsbezogene Ausbildung der Mitarbeiter
- Lernungewohnte Mitarbeitergruppe
Autor
Dr.-Ing. Kathrin Thurau
Thurau.Kathrin(at)baua.bund.de
Das Beispiel ist der Datenbank Gute Praxis entnommen, der Initiative Neue Qualität der Arbeit