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Kreativitätsklima

Wenn die Kreativitäts- und Innovationsleistung einer Firma oder einer anderen Organisation zur Debatte steht, denken viele Menschen in erster Linie an die kreativen Fähigkeiten der Führungskräfte, der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Eine Erhöhung des Innovationspotentials sucht man durch Auswahl besonders kreativen Personals zu erreichen, durch Kreativitätstrainingsprogramme, durch eine bessere finanzielle Ausstattung der Forschungs- und Entwicklungsbereiche sowie gegebenenfalls noch durch die Förderung und Ausweitung des Systems der Verbesserungsvorschläge.

Viel zu wenig beachtet wird die Bedeutung des Arbeitsumfeldes sowie des Arbeits- und Organisationsklimas. Von dort aber können entscheidende fördernde oder hemmende Impulse ausgehen.

Lern- oder Arbeitsklima

Die Gründe für die Vernachlässigung des Kreativitäts- und Innovationsklimas sind unternehmenspolitischer Art. Einzelpersonen und Finanzmittel lassen sich relativ leicht bereitstellen oder verschieben. Die Veränderung des Organisationsklimas und der damit verbundenen Unternehmensphilosophie geht jedoch ans "Eingemachte" - es ist für alle Beteiligten riskant, daran zu rühren.

Die "Atmosphäre", das Lern- oder Arbeitsklima, beeinflusst kreative Prozesse entscheidend. Wenn wir Kreativität fördern wollen, müssen wir kreativitätsfördernde Umweltbedingungen aufbauen und hemmende Faktoren abbauen. Dies gilt gleichermaßen für den Betrieb und die Verwaltung, die Schule und Hochschule, den Kindergarten und die Familie, den Freundeskreis und den Verein, die Kirchengemeinde und die politische Partei.

Ob erfolgreiche kreative Problemlöseprozesse möglich werden, hängt also entscheidend von den Rahmenbedingungen ab. Diese können kreative Prozesse unterstützen oder blockieren. Kreativität am Arbeitsplatz wird begünstigt durch:

  • Kreativitätsstimulierende Bedingungen
  • Abbau von Hemmungen und Blockaden, die durch äußere Einschränkungen oder durch innere Selbstzensur entstanden sind
  • Kreativitätstechniken und Methoden, die dazu dienen, die Situation anregend zu gestalten, Blockaden zu minimieren und die Verarbeitung von Informationen entweder zu systematisieren oder zu flexibilisieren.
     

Kreativitätsklima

Kreativitäts- und innovationsfördernde Bedingungen beinhalten vor allem folgende Aspekte (vgl. Abbildung):

  • Anregung und Aktivierung von Neugier, Denken und Handeln
  • Zielgerichtete intrinsische Motivierung
  • Offene und vertrauensvolle Atmosphäre
  • Freiräume und Förderung von Unabhängigkeit des Denkens und Handelns
     
Abbildung: Fördernde und hemmende Umwelteinflüsse (nach Preiser & Buchholz, 2004)

Was konkret unter diesen Aspekten zu verstehen ist, wird durch die folgenden Beispiele verdeutlicht.

Kreativitätsfördernde Umweltbedingungen

Anregen und aktivieren:

  • anregende, abwechslungsreich ausgestattete, aber nicht überladene Arbeits- und Lernräume schaffen
  • vielseitige Informationsmaterialien zur Verfügung stellen
  • Interesse und Neugier wecken durch überraschende Informationen
  • Probleme und Lösungen selbst entdecken lassen
     

Zielgerichtet motivieren:

  • Inhaltliches Interesse erzeugen
  • an vorhandene Interessen anknüpfen
  • Verständnis fördern
  • Erfolge verdeutlichen
  • Selbstbewertung fördern
     

Offene, vertrauensvolle Atmosphäre aufbauen:

  • Persönliche Gespräche ermöglichen
  • Gefühlsäußerungen zulassen
  • Vertraulichkeit und Verschwiegenheit sichern
  • Konflikte offen ansprechen, ohne zu verletzen
  • Fehler als Chance verstehen und deshalb akzeptieren
     

Freiräume gewähren und Unabhängigkeit fördern:

  • Entscheidungs- und Handlungsspielräume schaffen
  • ungewöhnliche Fragen und Vorschläge ernst nehmen
  • individuelle Eigenarten tolerieren 
  • unterschiedliche Meinungen als Bereicherung akzeptieren
     

Hemmungen und Blockaden abbauen:

  • übermäßigen Leistungsdruck verringern
  • entspannte Atmosphäre schaffen
  • spielerisches Ausprobieren erlauben
  • auf unnötige Perfektion verzichten
     
     

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