Geltungsbereich: Produzierende Unternehmen
Konzepte des Kompetenzmanagements spielen in der derzeitigen Personalentwicklung eine wachsende Rolle. Die praktische Relevanz für betriebliches Personalmanagement hängt von ihrem inhaltlichen Mehrwert im Vergleich zu älteren, aber bewährten Leitkonzepten (z. B. Qualifikation) ab.Die unterschiedlichen Konzeptionen haben den Kompetenzbegriff gemeinsam. Mit ihm stellen sie weniger auf die Zertifizierung und Organisation von beruflicher Bildung ab, sondern auf die Feststellung und Förderung von personalen Befähigungen (Dispositionen) in realen betrieblichen Handlungsfeldern.
Ein Einstieg in ein Kompetenzmanagementsystem ist nur dann sinnvoll, wenn die konzeptionellen Grundlagen „Kompetenz“ und „Kompetenzentwicklung“ in ihrer Bedeutung für das Unternehmen diskutiert und soweit geklärt sind, dass der Mehrwert im Vergleich zum vorhandenen System auch erkennbar ist.
Kompetenz und Kompetenzentwicklung
Der Begriff Kompetenz wird oft umgangssprachlich genutzt. und dabei nicht nur als Fähigkeit, sondern auch als Berechtigung/Zuständigkeit verstanden. Die Kompetenzbegriffe in Kompetenzmanagementkonzepten sind dagegen psychologisch begründet. In ihnen sind folgende Erkenntnisse berücksichtigt:

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Kompetenzentwicklung beruht auf gezieltem oder beiläufigen Lernen, vor allem aber auf Erfahrung. Sie findet daher in den Augen der Berufstätigen zu einem sehr großen Teil im Arbeitsprozess statt (Ergebnis einer Befragung), also außerhalb von Bildungsprozessen. Berufsarbeit kann, muss aber nicht kompetenzförderlich sein, wie mehrere Untersuchungen über die Effekte von langfristiger Arbeit mit geringen geistigen Anforderungen gezeigt haben. Man muss sich in jedem Fall darüber im Klaren sein, dass isolierte Lehr-Lernprozesse (z. B. Lehrgänge) nur dann zur Kompetenzentwicklung beitragen, wenn sie inhaltlich auf reale Anforderungen Bezug nehmen und in die Berufspraxis transferiert werden können. Eine Kompetenzentwicklung „auf die Schnelle“ ist nicht möglich. Einzelne Qualifizierungsmaßnahmen bewirken wenig. Indirekte Maßnahmen wie z. B. Zielentwicklungsgespräche und das Fördern von Selbstqualifizierung können wirkungsvoller und effizienter sein.
Wegen der großen Bedeutung von Motivation und Werten kommt auch der Unternehmens- und Organisationsentwicklung einer hoher Stellenwert für die Kompetenzentwicklung zu (Beispiel: Stellenwert von Vertrauen im Unternehmen).
Verständnis von Kompetenzmanagement
Kompetenzmanagement ist, pragmatisch betrachtet, ein jedes betriebliche System, das darauf abzielt, Fragen der Kompetenzentwicklung nicht nur nicht zu ignorieren, sondern diese Fragen systematisch und erfolgskontrolliert zu verfolgen. Zu einem derartigen Managementsystem gehören üblicherweise Verfahren zur Feststellung (Diagnose, Beschreibung) von Kompetenzen, Methoden zur Verknüpfung von Zielen, Voraussetzungen und Methoden sowie ein Set von Verfahren und Vorgehensweisen. Der wichtigste Grundstein eines betrieblichen Kompetenzmanagementsystems ist aber die Entwicklung einer Vorstellung von Kompetenzentwicklung, wie sie dem Unternehmen und den Mitarbeitern von Nutzen sein kann. Dabei sind folgende Fragen bedeutsam:
Konsequenzen für den Einstieg
Es ist also nicht damit getan, ein gegebenes Personalmanagement in Kompetenzmanagement umzubenennen. Auch die Einführung komplexer, softwaregestützter Kompetenzmanagementsysteme nutzt nur etwas, wenn damit eine Neuorientierung verbunden ist. Vor allem kleineren Unternehmen kann nur empfohlen werden, in das Kompetenzmanagement „niederschwellig“ einzusteigen. Zum Beispiel. mit einer Suche nach den „weißen Flecken“ der vorhandenen Organisations- und Qualifikationsentwicklung:
Die Startaktivitäten können in sehr unterschiedliche Entwicklungspfade einmünden – im Spannungsfeld von evolutionärer Verbesserung des Bestehenden bis hin zur Umgestaltung des Systems. Hier gibt es viele Optionen, aber wohl kaum Patentlösungen.
Beispiel: Kompetenzmanagement und Kompetenzentwicklung in der Produktion
Die Aus- und Verlagerung von Produktionseinheiten ist bekanntlich nicht immer eine Erfolgsgeschichte. Eine technisch-organisatorische Modernisierung könnte, im Verbund mit einem geeigneten Kompetenzmanagement, in manchen Fällen die wirkungsvollere und effizientere Lösung sein. Dies gilt auch deswegen, weil im Bereich der industriellen Produktion besonders gute Ansatzpunkte für ein Kompetenzmanagement bestehen:
Ein Management der Kompetenzen für Produktionsarbeit (durch Werker, Facharbeiter, Techniker) sollte demnach besonders wirkungsvoll auf dem Aufgabenmanagement aufsetzen, das die dort tätigen Führungskräfte ohnehin tagtäglich betreiben: Durch Verteilung von Aufgaben, Klärung von Lernerfordernissen, Zuordnung von lehrenden zu lernenden Mitarbeitern, Beurteilung von Aufgabenbeherrschung und Weitergabe von Aufgabenwissen. Ein neues Software-Tool, das die Führungskräfte beim kompetenzförderlichen Ausbau ihres Aufgabenmanagement sehr vielfältig unterstützt, ist das CM ProWork-Tool. Es bietet darüber hinaus die Möglichkeit, die im Prozess der Produktionsarbeit erworbenen Kompetenzen objektiv zu erfassen, auch zusätzliche, für die Tätigkeit im Produktionsprozess wichtige Kompetenzen im sozialen und kommunikativen Bereich einzustufen und Lernerfordernisse aufgaben- und personengenau darzustellen.
Weitere Informationen finden Sie auch unter: www.cmprowork.de